Welcher Wein zu welchem Essen?

Die Wahl des Weines zum Essen stellt für viele Menschen eine wahre Herausforderung dar. Dabei herrscht vor allem die Angst, eine der vorherrschenden Regeln nicht im Kopf zu haben, diese sind jedoch schon lange nicht mehr so starr, wie man vermutet. Es geht in erster Linie darum, eine Harmonie zwischen dem Wein und der Mahlzeit zu schaffen. Wer hingegen auf vielfältige Kontraste aus ist, der kann die Richtlinien gänzlich über den Haufen werfen und einfach frei wählen. Es gibt natürlich aber einige flexible Anhaltspunkte, welche die Wahl ein wenig erleichtern sollen.

Der Geschmack ist wesentlich

Wer zu einem guten Essen gerne einen leckeren Wein genießt, der hat eindeutig schon eigene Vorlieben entwickelt. Es ist nicht nötig, sich zu fragen, ob die Wahl des Weines wirklich richtig, oder gar falsch ist. Wenn es schmeckt, dann ist der Genuss perfekt und so sollte es auch sein. Wenn sich Gäste ankündigen, dann muss man hier ebenfalls nicht verzagen, wenn es den Gästen schmeckt, dann hat man die richtige Wahl getroffen.

Auf die vorherrschende Jahreszeit achten

Diese Regel gilt schon für die meisten Gerichte, daher sollte man das auch beim Wein beibehalten. So passen schwere Rotweine beispielsweise viel eher in den Winter. Sehr fruchtige und leichte Weine passen optimal zu den heißen Sommerabenden. Natürlich darf es bei Bedarf auch andersherum sein. Beim Grillen kann ein schwerer Rotwein ebenso wunderbar passen, als ein Riesling mit fruchtiger Note interessant zu Rosenkohl schmeckt, auch hier darf man sich rundherum auf seinen Geschmack verlassen.

Säure und Süße von Wein wie auch Essen beachten

Wenn man ein saures Gericht genießt, sollte man auf einen sauren Wein verzichten, denn die Säure der beiden Komponenten multipliziert sich ansonsten. Wenn man hingegen etwas Süßes genießt, dann hebt ein süßer Wein das ein wenig auf. Nachspeisen sollten daher auch immer mit einem leicht süßen Wein gereicht werden.

Scharfes Essen mit aromatischer Fruchtigkeit

Bei sehr scharfen Gerichten kann es durchaus schwer werden, einen passenden Wein zu finden. Wenn die Schärfe aus Chili oder Ingwer besteht, dann ist ein kräftiger Riesling auf jeden Fall eine gute Wahl.

Fleisch ist geduldig, kombinieren ist erlaubt

Früher gab es relativ strikte Regeln, was den Genuss von Fleisch und Wein anging. Mittlerweile haben sich die Regeln etwas gelockert. Natürlich passt ein Rotwein nach wie vor hervorragend zu rotem Fleisch, aber neue Kombinationen sorgen auch für interessante Geschmackserlebnisse. Wenn das Fleisch beispielsweise recht scharf angebraten wurde, dann ist ein Rotwein ideal geeignet. Gekochtes Rindfleisch beispielsweise harmoniert wunderbar mit einem leicht säuerlichen Weißwein.

Kochwein auch nur zum Kochen verwenden

Beim Kochen genießt man gerne den einen oder anderen Schluck, doch Kochwein hat auf dem Tisch am Ende nichts zu suchen. Der Kochwein ist eher etwas günstiger und eignet sich wunderbar für eine Soße, doch der Genuss am Tisch wird schnell zu eindimensional, wenn der gleiche Wein gereicht wird, der sich bereits in der Soße befindet.

Gerbstoffe, Alkohol und Kohlensäure

Wer ein wenig mehr Erfahrung vorweisen kann, dem sind diese Begriffe sicherlich nicht fremd. Hier gibt es einige sinnvolle Anregungen. Wenn man beispielsweise die Süße eines Gerichtes oder spezielle Gewürze hervorheben möchte, dann sollte man auf alkoholreiche Weine setzen. Wenn eine Mahlzeit viele Bitterstoffe aufweist, dann sind Weine mit viel Alkohol und einem hohen Anteil Gerbstoff sehr bekömmlich. Fette Gerichte verlangen eindeutig nach viel Alkohol und gerne auch Säure. Wenn es sehr salzig zugeht, dann sollte man auf einen Wein mit entsprechenden Bitterstoffen setzen, um die Wahrnehmung zu schärfen. Bei Desserts sollte man bekanntlich süße Weine bevorzugen, enthält ein Wein Kohlensäure, dann wirkt er oft süßer, als er wirklich ist.