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Das Burzeltoertchen

Im Laufe der Jahre schnappt man allerlei nuetzliche  Weisheiten auf, die einem auf dem Weg durch dieses Chaos, das wir Leben nennen, durchaus nach vorne bringen. Eichen sollst Du weichen, den Mogwai nie dem Sonnenlicht aussetzen, mit vollem Magen schwimmt man nicht. Meine persoenliche Liste an wichtigen Lebenserfahrungen konnte ich erst diese Woche um folgende Weisheit aufstocken: Torten basteln an einem Freitag den 13. kann nicht glattgehen. Ich lege sogar noch einen drauf und behaupte, Kuchen backen an einem Donnerstag den 12. und Marshmallow-Fondant herstellen an einem Mittwoch den 11. sind ebenfalls fuerchterlich bloede Ideen. Aber fangen wir von vorne an:

Das Burzeltoertchen

Kuchen Nummer 1 liegt total unentspannt in der Backform und weigert sich, aufzugehen. Nun ja, so etwas passiert schon mal, wenn man das Backpulver vergisst. Kuchen Nummer 2  geht hoch wie eine Bombe; faellt aber nach dem Abkuehlen zusammen und klammert sich verzweifelt an die Backform.  Nun ja, so etwas passiert schon mal, wenn man die Form nicht richtig einfettet. Alles kein Grund, nervoes zu werden. Pruegeln wir halt den Mann zum Edeka, Biskuitboeden kaufen.
Der selbstgemachte Marshmallow-Fondant ist trocken wie der Hintern eines Kamels in einem Sandsturm und laesst sich auf enorme 5cm Staerke ausrollen, bevor er in seine Einzelteile zerbroeselt. Macht nix, dafuer gibt es ja Plan B. Plan B will sich uebrigens grad aus der Jacke pellen, wird aber unverzueglich wieder losgepruegelt – diesmal Richtung KDTorten, um Fondant zu besorgen.

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Das Burzeltoertchen

Inzwischen staple ich pappigen Schokokuchen und droegen Supermarktbiskuit mit Kirschmarmelade und Buttercreme. Das windschiefe Ergebnis schirme ich mit jeder Menge Kirschjoghurt-Ganache ab. Dann kommt auch schon der Mann mit dem Fondant wieder heim, den Nachbarn im Schlepptau. Dieser ist so fasziniert davon, wie ich an dem delligen Kuchen herum spachtle, dass er mir spontan eine Lehrstelle in seinem Maurerbetrieb anbietet. Ich fuehle mich geschmeichelt, kann ihm aber so aus dem Stehgreif keine Zusage erteilen, da ich bereits vor dem naechsten Problem stehe: der neue Fondant wird beim Kneten nicht richtig weich. Wahrscheinlich naschen alle Tortenbaecker der Welt heimlich von Miraculix‘ Zaubertrank; ich jedenfalls bekomme den Klumpen Zuckermasse mit meinen Puddingaermchen nicht geschmeidig gefummelt. Es hilft alles nix, der Mann wird vom Sofa in die Kueche gepruegelt und dazu genoetigt, Fondant zu kneten. Das klappt erwartungsgemaess gut und schon bald liegt eine riesige, 3mm starke Fondantdecke vor mir.

Noch ein letzter Schreckmoment, als der Ueberzug seine finale Ruhestaette auf der Torte finden soll, aber dann geht ploetzlich alles ganz flott. Deko drauf, Band drumtueddeln, Schleife basteln, fertig. Aus dem kaputten Schokoladenkuchen werden auf die Schnelle sogar noch ein paar Cake Pops gezaubert. Das Ergebnis kommt beim Geburtstagskind erfreulicherweise gut an, und jeder der anwesenden Gaeste verputzt ein sonntagssuesses Stueck Torte, das den taeglichen Kalorienbedarf  eines kanadischen Eishockey-Teams deckt.
Als wir spaeter am Abend wieder zuhause sind, die bessere Haelfte heimlich den Begriff „haeusliche Gewalt gegen Maenner“ googelt und ich mir eine Packung Rennie einschmeisse, gelange ich zu folgender Erkenntnis: Motivtorten und ich – wir werden niemals dicke Freunde.

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